| Endlich wieder auf freiem Fuß |
| Doch die Erinnerung fließt noch in seinem Blut |
| Vielleicht erinnerst du dich, sag, weißt du noch |
| Der eine Junge aus dem zweiten Stock |
| Das Geld ist knapp, das Frühstück bleibt aus |
| Er reißt aus der Schachtel ein Mundstück heraus |
| Hungriger Blick und leerer Bauch |
| Die Einsamkeit frisst seine Seele auf |
| Nach ein paar tiefen Zügen macht er sich auf den Weg |
| Der in die Kälte nach draußen geht |
| Zeit totschlagen mit den Jungs im Park |
| Kaum Geld, doch genug für den Grundbedarf |
| Manchmal erzählt er von der Zeit im Knast |
| Es heißt, wenn die Hoffnung stirbt, bleibt der Hass |
| Ein Junge, der will, dass man ihn nicht erkennt |
| Weil jeder hier seine Geschichte kennt |
| In ewiger Liebe, in ewiger Freundschaft |
| Weil er nie, niemals bereut hat |
| Nur für dich als Liebesbeweis |
| Bis der Tod uns wiedervereint |
| Zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Liebe und Hass |
| Erzählt er manchmal von den Briefen im Knast |
| Dreht dabei seine Runden im Park |
| Früher nur der Hofgang 'ne Stunde am Tag |
| Wie er früher einmal war, das weiß ich genau |
| Der beste im Fußball. Klein, aber schlau |
| Ständig eine Antwort auf jede Frage |
| Darauf folgten die Regentage |
| Und in seiner neuen Welt |
| Ist nur der Whisky geblieben, der ihm noch seine Treue hält |
| Und sollte nicht bald ein Wunder geschehen, |
| Droht dieser Junge unterzugehen |
| Ein junger Kerl, der keinem traut |
| Mit all dem Hass und Wut in seinem Bauch |
| Immer noch auf seine Art und Weise fair |
| Aber nicht mehr der gleiche Kerl |
| Manchmal sitz' ich mit ihm gemeinsam im Park |
| Trink, ihm zu Liebe, gemeinsam ein Glas |
| Wir reden über dies und das, über die Kindheit |
| Niemand hört uns zu, nur der Wind pfeifft |
| Ich hab’s versucht, ich wollte auf ihn einreden |
| Er sagte, vergiss es, das hier ist mein Leben |
| Er spricht nicht über seine Tat |
| Doch er hat mir mal eins gesagt: |
| «Im Knast hab ich jede Nacht schlecht geträumt |
| Doch vergiss nicht, Jamal war mein bester Freund |
| Ich würd' jeder Zeit wieder das gleiche tun |
| Denn die Erinnerung an ihn fließt in meinem Blut» |
| (Dank an jojo1542 für den Text) |