| du bist so anmutig schön und grazil, |
| daß ich meinen Augen kaum trau'. |
| Du hast Charme, Humor, Stil und Sexappeal. |
| Kurz: Du bist meine Traumfrau! |
| Durch dich wird die Dunkelheit taghell! |
| Du bist die Sonne, die immer scheint! |
| Doch du hast nur einen klitzekleinen Makel, |
| den ich nicht so mag… Und das ist dein Freund. |
| Was hat er, was ich nicht habe?! |
| Warum denn der und nicht ich?! |
| Was hat er?! Gestatte mir die Frage! |
| Was hat’n der?! Ich versteh' das nicht. |
| Dieser Typ ist echt’n absoluter Vollidiot! |
| Wenn ich den schon seh', dann bricht bei mir die Wut aus! |
| Der redet echt nur Blech und ist dumm wie Brot! |
| Und er sieht er noch nicht mal gut aus! |
| Okay, okay. Ich möchte fair sein. |
| Kann ja sein, daß du ihn liebst. |
| Sag, aber warum muß es ausgerechnet der sein?! |
| Wie kommt es nur, daß du dich mit so wenig zufrieden gibst? |
| Was hat er, was ich nicht habe?! |
| Frag' dich das mal bitte ganz genau. |
| Ich mein', er ist so’n hagerer, magerer Versager |
| und du bist so’ne tolle Frau. |
| Jetzt nur mal angenommen, du wirst von ihm schwanger. |
| Das wär' doch total fatal! |
| Ich meine, ich finde, gelinde gesagt, das wäre jammer- |
| schade um dein Erbmaterial. |
| Ich bitte dich, erbarme |
| dich bitte für das arme kleine Kind, das dabei entstehen würde. |
| Es litte sicherlich bitterlich |
| an der Marter, so einem Vater ähnlich zu sehen! |
| Doch damit nicht genug: Er wohnt bei Oberammergau, |
| also genaugenommen fast Österreich. |
| Naja, wenigstens nicht Hong Kong oder Macao |
| sondern immer noch Europa. Tröstet euch! |
| Nee, jetzt mal im Ernst: Was das alleine kostet, |
| da immer mit der Bahn hinzufahr’n! |
| Und überhaupt, Liebe auf Distanz rostet. |
| Nimm doch einfach mich! Alleine schon um Geld zu spar’n. |
| Moment mal, was erzählst du da? Dein Freund, die alte Sau |
| hat dich gestern einfach so verlassen? Krass! |
| Wegen einer ander’n Frau aus Oberammergau? |
| Yes! — Äh, nicht zu fassen! |
| Dir geht’s voll schlecht und du findest keinen Trost mehr. |
| Ich tröste dich! Wie jetzt nein? |
| Ach so, du sagst, du gehst jetzt lieber in ein Kloster, denn bloß der |
| Herrgott soll ab jetzt deine einzige Liebe sein. |
| Was hat er, was ich nicht habe?! |
| Warum denn der und nicht ich?! |
| Was hat er?! Gestatte mir die Frage! |
| Was hat’n der? |
| Nee, schon okay! Verstehe ich. |
| Ich mach mir nix draus. |
| Ich ziehe lediglich eine Konsequenz daraus: |
| Ich tret' jetzt aus der Kirche aus! |