| Der alte Bahnhof liegt auch bald still |
| Den Bach versteckt ein Kanal |
| Das Kaff trägt Beton, weil es Stadt sein will |
| Und Schützenfest ist auch wieder mal |
| Es ändert sich viel in den Jahr’n |
| Seit ich Krach mit mei’m Alten hatt' |
| Der wollte bloß Frieden mit’n Nachbarn |
| Und ich hatt' das Rumtuscheln satt |
| Am Kirchplatz der erste heilige Kuß |
| Hatt' vorher soviel von gehört |
| Ach, Ruth und ihr Anorakreißverschluß |
| Und mehr? Mehr weiß ich nicht mehr |
| Im Café, da saß ich bei dem Schwulen |
| Da hat sie mir ihre Brust nicht mehr gezeigt |
| Dort auf dem Fußballplatz hinter der Schule |
| Hab' ich den Elfer vergeigt |
| Ich bin wieder zuhaus |
| Die Kirche ist nicht mehr so groß |
| Ich bin wieder zuhaus |
| Und doch, es geht wieder los |
| Ich spür' die Blicke hinter den Gardinen |
| Die ham' mir nicht verzieh’n |
| Dort um die Ecke liegt die Filzfabrik |
| Die gibt’s noch? Ich halt’s ja nicht aus |
| Hier hat Tante Waltraud ihren Job gekriegt |
| Heut' sitzt sie wieder zuhaus |
| Wir hab’n da auf’m Richtfest gesungen |
| Protestsongs und Rock’n’Roll |
| Da kam’n paar Maurer gesprungen |
| Und dann gab’s die Schnauze voll |
| Ich bin wieder zuhaus |
| Die Kirche ist nicht mehr so groß |
| Ich bin wieder zuhaus |
| Und doch, es geht wieder los |
| Ich spür' die Blicke hinter den Gardinen |
| Die ham' mir nicht verzieh’n |
| Mutter freut sich so, daß ich da bin |
| Mein altes Bett ist ganz frisch |
| Ich geh' mal zu Ruth, auf die Gefahr hin |
| Sie erkennt mich ja vielleicht nicht |